Nules zwischen Küstenlagune, Strand und Kultur

File:Ermita del Calvario de Nules - 01.jpg File:Ermita del Calvario de Nules - 01.jpg Foto: JavierMunozF via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Nules verbindet eine lange Kieselküste mit einer ungewöhnlichen Lagunenlandschaft, römischer Geschichte und traditionellen Festen.

Lagune, Küste und Meer

L'Estany de Nules ist ein kommunales Naturgebiet, das durch Beschluss der Generalitat vom 3. Dezember 2004 ausgewiesen wurde. Die kleine Küstenlagune entstand durch das reichliche Austreten von Grundwasser im Sumpfgebiet. Für die öffentliche Nutzung und Erholung ist L'Estany hergerichtet. L'Estany ist ein bedeutendes Überwinterungs- und Zugvogelrefugium: Vögel suchen dort Nahrung, rasten oder nisten.

Die Küste von Nules ist lang und wird von Kieseln geprägt. Wellenbrecher halten dort vorübergehend Sand zurück. Der Strand von Nules ist der längste Strand der Gemeinde; ein nördlicher Abschnitt mit Felsen und Wellenbrechern eignet sich für das Brandungsangeln. Entlang des Strands liegen mehrere Sportbereiche, Kinderspielplätze, ein Sportparcours, Einrichtungen für Sport am Meer und ein Gesundheitsparcours.

Römische Spuren und besondere Bauwerke

Die Villa romana de Benicató war zugleich landwirtschaftlicher Betrieb und Wohnsitz. Zu ihr gehören ein von Säulengängen umgebener Hof, ein rundes Becken zur Sammlung und Verteilung von Regenwasser sowie Wohnräume und Räume für häusliche Tätigkeiten. Die Villa war vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. bewohnt und erlebte ihre Blütezeit im 2. Jahrhundert n.

Ein anderes historisches Kapitel zeigen die drei vollständig erhaltenen Blocaos von Nules. Sie besitzen trichterförmige Schießscharten und jeweils ein nahezu kreisförmiges Maschinengewehrnest. Die Blocaos gehören zu den am besten erhaltenen und bedeutendsten baulichen Relikten des Spanischen Bürgerkriegs in der Valencianischen Gemeinschaft und sind leicht zugänglich. Das Museum ist in der ehemaligen Iglesia de la Sangre untergebracht, einer Kirche aus dem späten 16. Jahrhundert, und vermittelt mit archäologischen, ethnografischen und kunsthistorischen Sammlungen die Geschichte von Nules und des Gebiets seiner ehemaligen Burg.

Das Convento de la Sagrada Familia ist eine Kirche mit lateinischem Kreuzgrundriss, Kuppel, Seitenkapellen und Umgang. Es gilt als eines der herausragenden Beispiele der Architektur der unbeschuhten Karmeliten in Spanien. Das Museo de Medallística Enrique Giner befindet sich in der ehemaligen Ermita de San Miguel aus dem 18. Jahrhundert. Es beherbergt eine Medaillensammlung, deren zeitlicher Umfang von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Gegenwart reicht, und gilt als einziges Museum Spaniens, das der Medaillenkunst gewidmet ist.

Routen, Küstenort und Feste

Die Ruta del Modernismo präsentiert 30 Türen und lässt sich bei einem Spaziergang durch die Straßen der Stadt erleben. Die Ruta del Agua führt zu verschiedenen Bewässerungsmotoren und Bewässerungshäuschen in Nules und Mascarell und vermittelt landwirtschaftliche Traditionen durch mündliche Überlieferung. Mascarell gilt als kleiner befestigter Bezirk, der in der Valencianischen Gemeinschaft als einzigartig gilt. Der Ort ist als BIC geschützt und wurde Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Ortsteil von Nules. Im Poblado marítimo de Nules bewahren viele Häuser originale Keramiken, Brunnen, Zisternen und ornamentale Details, die der Siedlung einen bedeutenden ethnologischen Wert verleihen. Für die maritime Architektur werden geführte Besichtigungen angeboten.

Die Festes de Sant Joan sind traditionelle Nachbarschaftsfeste mit Lagerfeuern, religiösen Veranstaltungen und volkstümlichen Aktivitäten. Die Festa de Les Barraquetes findet am achten Tag nach Fronleichnam statt und hat ihren Ursprung im 15. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die Kinder der Gemeinde mit kleinen barraquetes aus lokal gesammelten Schilfrohren, die mit Blumen geschmückt werden. Die Festa de les Camareres wird am Sonntag nach Ostern, am Vorabend des Festes des heiligen Vinzenz Ferrer, gefeiert. Schwarz gekleidete Frauen mit Mantilla, Handschuhen und Teja bewachen dabei die Capilla de la Sangre sowie die Ausstattungsgegenstände der Virgen de la Soledad, der Schutzpatronin des Ortes. Eine Prozession gehört ebenfalls dazu: Jede camarera wird von einem Mann mit einer Kerze und einem weiß gekleideten Mädchen mit einem Palmwedel begleitet.

Im September findet die Fira Agrícola i Ramadera de Nules statt. Ihr wurde der Status Fiesta de Interés Turístico Autonómico der Comunitat Valenciana verliehen.

Anreise und praktische Orientierung

Der Bahnhof von Nules ist an das Cercanías-Netz mit Verbindungen nach Valencia und Castellón angeschlossen. Mit dem Auto ist Nules über die AP-7, Ausfahrt 47, oder über die N-340 erreichbar. Im Ortszentrum stehen mehrere öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Die geführten Besichtigungen in Nules sind kostenlos, erfordern jedoch eine vorherige Reservierung über das Anmeldeformular der jeweiligen Route.

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