Caudiel entdecken: Barock, Bergwege und Vía Verde
Caudiel zwischen Berglandschaft und Geschichte
Zum Gemeindegebiet von Caudiel gehören hügeliges und bergiges Gelände mit Erhebungen wie dem 1.150 Meter hohen Pico de las Palomas. Zur ökologischen Vielfalt zählen unter anderem Pinus rodeno, Steineichen und Eichen. Auch die Geschichte des Ortes reicht weit zurück: Caudiel war bereits in der Bronzezeit besiedelt. Zu den archäologischen Fundstellen gehören die Cueva de la Alcabaira, die Cueva de la Rocha, die Cueva del Generoso sowie das Abrigo y Sima de Fuente la Higuera.
Barocke Räume und historische Spuren
Ein prägendes Bauwerk ist die Iglesia San Juan Bautista. Sie besitzt ein geräumiges kreuzförmiges Langhaus mit miteinander verbundenen Seitenkapellen und einer halbkugelförmigen Kuppel. Die Anlage ist im Barockstil gestaltet. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war die Kirche Teil eines im 17. Jahrhundert gegründeten Augustinerklosters.
Im Camarín de la Virgen del Niño Perdido zeigt sich der valencianische Barock besonders anschaulich. Das Camarín entstand in den Jahren 1701 bis 1704. Sein Retabel ist vollständig mit Gold dekoriert und setzt damit einen eigenen Schwerpunkt innerhalb der sakralen Ausstattung von Caudiel.
Auch das Convento de las Carmelitas Descalzas prägt seit 1685 das Stadtbild. Der Chor ist reich mit valencianischen Manises-Fliesen aus dem 17. Jahrhundert dekoriert. Wegen des klösterlichen Lebens seiner Bewohnerinnen kann das Convento nur selten besichtigt werden. Die Ermita del Socós diente 1496 der Gründung eines Augustinerklosters durch Fray Juan Exarch und seinen Mitbruder Fray Antonio de Padilla.
Weitere historische Spuren finden sich an der Muralla urbana de Caudiel. Von der Stadtmauer sind wenige Reste erhalten, die aus der Zeit vor der Reconquista stammen. Die Mauerreste am Tramo de las Monjas bewahren später eingebaute Schießscharten für Gewehrfeuer. Die Torre de Aníbal trägt auch den Namen Torre del Molino. Während der muslimischen Herrschaft und in der frühen Phase der christlichen Reconquista wurde sie als Wehrturm genutzt; außerdem war sie mit der Grenze der Burg von Jérica verbunden. Außen ist die Torre de Aníbal frei zugänglich.
Routen für Wandern, Rad und Natur
Die Vía Verde de Ojos Negros führt durch Caudiel und ist 167,5 Kilometer lang. Sie kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Rollstuhl genutzt werden; ausgenommen sind einzelne Rampen außerhalb des ursprünglichen Trassenverlaufs. Damit steht neben den historischen Bauwerken ein Weg mit klar beschriebenen Möglichkeiten für unterschiedliche Fortbewegungsarten im Mittelpunkt der örtlichen Reiseplanung.
Mehrere Routen führen durch charakteristische Landschafts- und Wegabschnitte. Die Route Barranco de Juésar beginnt am Waschplatz El Barrio und verläuft am Bachlauf entlang in Richtung Paraje de la Grieta. Die Route Barranco del Estajo führt vom Camino de El Cerrado zur Senda del Estajo und über die Fuente de la Alcabaira zurück nach Caudiel.
Die Route Viaductos de la Fuensanta führt durch einen Tunnel und an der ehemaligen Bergbaustation vorbei, bevor sie die Viadukte und die Quelle der Fuensanta erreicht. Der historische Status der Bergbaustation bleibt dabei Teil des Wegverlaufs. Caudiel ist außerdem Teil der Route Conquista de Valencia des Camino del Cid, die zum Wandern oder Mountainbiken mit dem BTT-MTB vorgesehen ist.
Für sportlichere Vorhaben weist der Trail Contrabandistas eine Länge von 16 Kilometern und 600 Höhenmeter im Aufstieg auf. In der Umgebung von Caudiel steigt der Abschnitt Collado de Pino Rey des Camino del Cid auf 6,5 Kilometern um 560 Höhenmeter an. Im weiteren Umfeld liegt der Collado de Pino Rey innerhalb des FFH-Gebiets LIC ES5222004 (Curs Alt del riu Millars) und des Vogelschutzgebiets ZEPA ES0000468 (Serra d'Espadà).
Eine weitere konkrete Wegbeziehung bietet die Fuente de la Heredad: Sie liegt 400 Meter von Caudiel entfernt und ist über den Camino Real de Aragón erreichbar.
Feste, Kirschen und religiöse Traditionen
Die Feria de la Cereza findet im Juni in Caudiel statt. Zu ihr gehören Kirschen, Rezepte, Kunsthandwerk, weitere Produkte und Folkloredarbietungen. 2017 erhielt die Feria de la Cereza die Auszeichnung als Fiesta de Interés Turístico Provincial. Zu den Fiestas Patronales en Honor a la Virgen del Niño Perdido gehören unter anderem eine Festmesse, eine Prozession, eine Blumenopfergabe und der Gesang der Gozos.
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