Geschichte Valencias: von den Römern bis heute

Torres de Quart in Valencia Die mittelalterlichen Torres de Quart in Valencia mit sichtbaren Spuren früherer Belagerungen.

Valencias Geschichte reicht mehr als 2.000 Jahre zurück. Römer gründeten die Stadt, unter muslimischer Herrschaft entwickelte sie sich als Balansiya weiter, und 1238 machte König Jakob I. sie zum Zentrum des Königreichs Valencia. Gebäude, Plätze und Straßennamen in der Altstadt zeigen bis heute, wie diese Epochen das heutige Valencia geprägt haben.

Kurzfakten zur Geschichte Valencias

  • Römische Gründung: Valencia entstand 138 v. Chr. als römische Kolonie Valentia Edetanorum.
  • Muslimisches Balansiya: Ab dem frühen 8. Jahrhundert gehörte die Stadt zu al-Andalus und entwickelte sich unter wechselnden Herrschaften weiter.
  • El Cid: Rodrigo Díaz de Vivar eroberte Valencia 1094 und beherrschte die Stadt bis zu seinem Tod 1099; 1102 kam sie wieder unter muslimische Herrschaft.
  • Königreich Valencia: Jakob I. von Aragón nahm die Stadt 1238 ein und schuf innerhalb der Krone Aragóns das Königreich Valencia.
  • Blüte im 15. Jahrhundert: Handel, Seide, Literatur und Kunst machten Valencia zu einer bedeutenden Mittelmeerstadt.
  • Verlust eigener Rechte: Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg wurden die valencianischen Sonderrechte 1707 durch die Nueva-Planta-Dekrete aufgehoben.
  • Prägende Zäsur: Die schwere Turia-Flut von 1957 führte zur Umleitung des Flusses; im alten Flussbett entstand später der Jardín del Turia.

Römische Gründung und frühes Christentum

Die Römer gründeten Valentia Edetanorum 138 v. Chr. auf einer Flussinsel nahe dem Mittelmeer. Die Lage am Turia und an wichtigen Verkehrswegen erleichterte Landwirtschaft, Handel und militärische Kontrolle. Nach Zerstörungen während römischer Bürgerkriege wurde die Siedlung neu aufgebaut und entwickelte sich in der Kaiserzeit weiter.

Archäologische Spuren dieser ersten Stadt liegen unter dem heutigen Zentrum. Wer die frühe Geschichte vor Ort nachvollziehen möchte, findet rund um die Plaza de la Almoina Überreste aus römischer, westgotischer und islamischer Zeit. Weitere historische Sammlungen und Ausgrabungen lassen sich über die Museen in Valencia einordnen.

Von der westgotischen Stadt zum muslimischen Balansiya

Nach dem Ende der weströmischen Herrschaft gehörte Valencia zum westgotischen Reich. Im frühen 8. Jahrhundert kam die Stadt unter muslimische Kontrolle und wurde als Balansiya Teil von al-Andalus. Bewässerungssysteme förderten den Anbau im fruchtbaren Umland; Mauern, Wohnviertel, Märkte und religiöse Bauten veränderten das Stadtbild.

Die Herrschaft wechselte mehrfach zwischen regionalen Dynastien und größeren Reichen. Aus dieser langen Epoche stammen Einflüsse auf Landwirtschaft, Ortsnamen, Küche und Sprache. Wer Ausflüge in die Umgebung plant, begegnet solchen Spuren auch in Orten wie Xàtiva, dessen Burg verschiedene historische Machtwechsel sichtbar macht.

El Cid und der Kampf um Valencia

Rodrigo Díaz de Vivar, bekannt als El Cid, eroberte Valencia 1094 nach langer Belagerung. Er regierte die Stadt bis zu seinem Tod im Jahr 1099. Seine Witwe Jimena Díaz hielt Valencia noch bis 1102, bevor die Stadt aufgegeben wurde und erneut unter muslimische Herrschaft kam.

Historische Person und spätere Heldenerzählung sind nicht dasselbe. Mittelalterliche Quellen, das Epos Cantar de mio Cid und spätere Darstellungen formten unterschiedliche Bilder des kastilischen Ritters. Die Seite über El Cid und Valencia erklärt die Verbindung zur Stadt ausführlicher.

Die Eroberung von 1238 und das Königreich Valencia

Am 9. Oktober 1238 zog Jakob I. von Aragón in Valencia ein. Die Stadt wurde zum politischen Zentrum des neu geschaffenen Königreichs Valencia innerhalb der Krone Aragóns. Eigene Rechtsordnungen, die Furs de València, regelten über Jahrhunderte wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens.

Die christliche Eroberung brachte tiefgreifende Veränderungen bei Herrschaft, Religion, Besitz und Bevölkerungsstruktur. Muslimische und jüdische Gemeinschaften blieben zunächst Teil der Gesellschaft, waren jedoch unterschiedlichen Einschränkungen und später zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Mehr Hintergründe bietet die Darstellung zum Königreich Valencia.

Valencias Blütezeit im 15. Jahrhundert

Im 15. Jahrhundert erlebte Valencia eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Der Handel über das Mittelmeer, Finanzgeschäfte und die Seidenwirtschaft stärkten die Stadt. Gleichzeitig entstand bedeutende Literatur in valencianischer Sprache. Die Entwicklung des Valencianischen lässt sich deshalb nicht von der Geschichte des Königreichs trennen.

Das bekannteste Bauwerk dieser Epoche ist die Lonja de la Seda, die Seidenbörse. Ihr spätgotischer Säulensaal und die angrenzenden Gebäudeteile erinnern an die Bedeutung des Handels. Die UNESCO führt die Lonja de la Seda als Welterbestätte und erläutert ihre historische Bedeutung für eine der führenden Handelsstädte am Mittelmeer.

Vom Erbfolgekrieg bis ins 19. Jahrhundert

Im Spanischen Erbfolgekrieg unterstützten weite Teile Valencias den habsburgischen Thronanwärter. Nach dem bourbonischen Sieg in der Schlacht bei Almansa 1707 hob König Philipp V. mit den Nueva-Planta-Dekreten die valencianischen Sonderrechte und Institutionen auf. Das Königreich bestand danach nicht mehr als eigenständige politische Ordnung fort.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erreichten die Napoleonischen Kriege Valencia. Die Torres de Quart tragen noch sichtbare Schäden der französischen Belagerung von 1808. Industrialisierung, Eisenbahn, Hafenausbau und Stadterweiterungen veränderten Valencia anschließend deutlich. Teile der mittelalterlichen Stadtmauer wurden abgetragen, während die Torres de Quart und Torres de Serranos erhalten blieben.

20. Jahrhundert: Republik, Bürgerkrieg und Flut

Während des Spanischen Bürgerkriegs war Valencia von November 1936 bis Oktober 1937 Sitz der republikanischen Regierung. Bombardierungen, politische Verfolgung, Hunger und die anschließende Franco-Diktatur prägten das Leben vieler Einwohner. Eine Reise-Seite kann diese Erfahrungen nur zusammenfassen; Museen, Archive und Erinnerungsorte bieten vor Ort vertiefende Informationen.

Am 14. Oktober 1957 überflutete der Turia große Teile der Stadt. Nach der Katastrophe wurde der Fluss südlich an Valencia vorbeigeleitet. Das trockengelegte alte Flussbett entwickelte sich später zum Jardín del Turia, einer langen Grünanlage, die heute historische Viertel, Sportflächen und moderne Kulturgebäude verbindet. Hinweise zu Stadtwegen und Mobilität stehen in den praktischen Reiseinformationen für Valencia.

Autonomie und Wandel zur modernen Stadt

Nach dem Ende der Franco-Diktatur erhielt die Valencianische Gemeinschaft 1982 ein Autonomiestatut. Valencia wurde Sitz der regionalen Institutionen. Restaurierungen in der Altstadt, neue Kulturangebote und große Bauprojekte veränderten das Erscheinungsbild, während traditionelle Feste und regionale Identität sichtbar blieben.

Heute lassen sich unterschiedliche Zeitschichten auf kurzen Wegen verbinden: römische Ausgrabungen an der Almoina, die Kathedrale, die Lonja de la Seda, historische Markthallen, die Stadttore und der Jardín del Turia. Für die Orientierung eignet sich der Überblick zu Valencia-Stadt; Ideen für weitere Orte, Strände und Ausflüge bietet Urlaub in Valencia. Die drei Provinzen und Küstenabschnitte werden unter Region Valencia verglichen.

Häufige Fragen zur Geschichte Valencias

Wann wurde Valencia gegründet?

Die Römer gründeten Valentia Edetanorum im Jahr 138 v. Chr. Die heutige Stadt entwickelte sich über römischen, westgotischen, islamischen und christlichen Siedlungsschichten.

War Valencia eine maurische Stadt?

Valencia gehörte vom frühen 8. Jahrhundert bis 1238 überwiegend zu muslimisch beherrschten Gebieten, unterbrochen durch die Herrschaft El Cids von 1094 bis 1102.

Wann eroberte El Cid Valencia?

El Cid nahm Valencia 1094 ein und regierte dort bis zu seinem Tod 1099. Seine Witwe hielt die Stadt noch bis 1102.

Was geschah 1238 in Valencia?

Jakob I. von Aragón eroberte Valencia. Die Stadt wurde zum Zentrum des Königreichs Valencia innerhalb der Krone Aragóns.

Warum ist die Lonja de la Seda wichtig?

Die Seidenbörse steht für Valencias wirtschaftliche Blüte im 15. Jahrhundert. Das spätgotische Gebäude gehört heute zum UNESCO-Welterbe.

Warum fließt der Turia nicht mehr durch sein altes Bett?

Nach der verheerenden Flut von 1957 wurde der Fluss südlich um die Stadt geleitet. Im alten Flussbett entstand später der Jardín del Turia.

Foto: Alesia Belaya

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