Vilamarxant zwischen Naturpark, Flusswegen und Geschichte

File:Vilamarxant.jpg File:Vilamarxant.jpg Foto: PiotrMig via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Vilamarxant verbindet Landschaften am Túria mit historischen Spuren und festen Traditionen. Dabei reicht das Spektrum von einem ungefähr 30 Kilometer langen Naturweg bis zu unterirdischen Räumen und archäologischen Zeugnissen. Für Sie entsteht so ein Reiseziel, das sich nicht auf eine einzige Sehenswürdigkeit beschränkt.

Les Rodanes und die Landschaft am Túria

Les Rodanes wurde 2002 als kommunales Naturgebiet ausgewiesen und umfasst ungefähr 600 Hektar. Die Landschaft ist von silikatischen Roter-Sandstein-Gesteinen geprägt und bietet eine große Vielfalt an Wegen für den Aktivtourismus. Eine besondere Orientierung für Spaziergänge ist die Senda adaptada Les Rodanes in der Anlage Bassa Barreta. Der ausschließlich für Fußgänger vorgesehene Weg ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität angepasst, 1 Kilometer lang und 1,5 Meter breit. Zu seiner Ausstattung gehören Stege, Brücken und 17 Zugangsrampen.

Von Bassa Barreta führt außerdem ein Weg zur Rodana Gran. Dort können Sie auch die Schützengräben besichtigen, die in Les Rodanes zwischen 1938 und 1939 gegen einen möglichen direkten Angriff nationaler Truppen auf Valencia angelegt wurden. Sie gehörten zur als La Inmediata bekannten Verteidigungslinie. Vier Informationstafeln entlang des Wanderwegs PR-CV 175 ergänzen die Orientierung. Dieser Weg beginnt am Gemeindefriedhof von Vilamarxant, an dem Parkplätze zur sicheren Abstellung von Autos vorhanden sind.

Wege, Pflanzen und Flussbeobachtung

Die Senda adaptada Les Rodanes ist nicht nur auf eine zugängliche Wegführung ausgerichtet, sondern vermittelt auch Wissen über den Naturraum. Drei Erläuterungstafeln behandeln Fauna, Vegetation und Geomorphologie des Gebiets; weitere Lehrtafeln widmen sich der dort vorhandenen Vegetation. Im Arboreto i Rocalla führen 120 Meter lange Fußwege durch sieben Abschnitte. Dort wachsen mehr als 40 Taxa und insgesamt ungefähr 200 Pflanzen. Die gepflanzten Arten sind mit ihren gebräuchlichen Namen auf Spanisch und Valencianisch sowie mit wissenschaftlichen Namen auf Latein gekennzeichnet. Die Informationen stehen auch in Brailleschrift zur Verfügung.

La Pea liegt als Naturgebiet am Fluss Túria. Sowohl der 450 Hektar große Berg als auch der gesamte Flussabschnitt im Gemeindegebiet wurden in den Naturpark Túria einbezogen; in diesem Gebiet überwiegt Ufervegetation. Wege laden zum Spazierengehen ein, während Sie dort Flussvögel wie Großen Kormoran, Graureiher und Habichtsadler sowie einheimische Fische wie Barbe und Aal beobachten können. La Pea ist mit der Ruta Violeta de l’Aigua, der Ruta Roja de la Pea und einem Fußweg am Flussufer verbunden.

Flusswege für unterschiedliche Unternehmungen

Der Parc Fluvial del Túria ist ein ungefähr 30 Kilometer langer Naturweg entlang des Flussbetts des Túria. Er führt vom Gemeindegebiet Vilamarxant bis zur Mündung in der Stadt Valencia. Vom Besucherzentrum Vilamarxant startet zudem ein Mehrzweckweg am Fluss, der zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd genutzt werden kann. Für Reitende beginnt in Vilamarxant außerdem die Route IE-031, Ruta del Turia, die bis zum Parque de Cabecera führt. Die verschiedenen Längen und Fortbewegungsarten erleichtern es, einen passenden Abschnitt für die eigene Tagesplanung auszuwählen.

Geschichte zwischen Steinbruch, Altstadt und Burg

Pedrera del Rei ist ein ehemaliger Marmorsteinbruch im Hügelgebiet Llomaina innerhalb des Naturparks Túria, der in ein Naherholungsgebiet umgewandelt wurde. Dort stehen öffentlich nutzbare Paella-Kochstellen zur Verfügung. In der Altstadt von Vilamarxant liegt die restaurierte arabische Zisterne aus dem 15. Jahrhundert, die besichtigt werden kann. Sie besteht aus einem unterirdischen Gewölberaum mit drei miteinander verbundenen Kammern.

Die erhaltene Puente de Hierro war eine Eisenbahnbrücke der ehemaligen Vorortbahnlinie C-4 von Valencia. Diese Linie bediente Vilamarxant von 1889 bis 1969; die Brücke selbst wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Zu den Ruinen der Burg von Vilamarxant gehört ein arabischer Wehrturm aus dem 11. Jahrhundert. Er steht am höchsten Punkt des Ortskerns im Altstadtviertel. Die Überreste der Burg sind mit der Bezeichnung Bien de Interés Cultural verbunden; eingetragen wurden sie 2001.

Unterirdisch erstreckt sich die Cova de les Rates Penades über 552 Meter bis in eine Tiefe von 57 Metern. Sie beherbergt eine archäologische Fundstätte, die dem Ende des Jungpaläolithikums zugerechnet wird.

Traditionen mit festen Terminen

Auch der Festkalender prägt den Ort. Die Dansa dels Pastorets wird in Vilamarxant jedes Jahr am 25. Dezember als traditioneller Weihnachtstanz von vier Tänzern aufgeführt. Die Sant-Antoni-Feier findet am 17. Januar oder üblicherweise am darauffolgenden Sonntag statt. Nach der Messe werden Tiere gesegnet sowie traditionelles Sant-Antoni-Brot, ein symbolisches Johannisbrotstück und ein Heiligenbildchen verteilt. Wer die Natur- und Kulturziele mit solchen kalendarisch festgelegten Bräuchen verbinden möchte, findet hier konkrete Anlässe neben den ganzjährig beschriebenen Landschafts- und Geschichtsthemen.

Weitere Orte entdecken: Chiva, Tavernes De La Valldigna, Gilet, La Pobla Del Duc, Navalón, Torres Torres, Jarafuel und Torrent.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Valencia.

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